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Fassadensanierung der Kath. Schule St. Paulus

Die Katholische Schule Sankt Paulus in der Waldenser-Straße 27, Berlin-Moabit wurde 1968 nach den Plänen des Architekten Herrn Diözesanbaurat Hermann Jünemann errichtet. Sie ist Teil der schulischen Gesamtanlage mit Turnhalle und Hort. Direkt angrenzend befindet sich die St. Paulus Kirche, welche unter Denkmalschutz steht.

Das Schulgebäude besteht aus 4 Vollgeschossen und ist nahezu vollständig unterkellert. Charakteristisch für die Zeit sind die horizontalen Brüstungsbänder aus Stahlbetonfertigteilen in Abwechslung zu den monolithisch in Klinker gemauerten Mauerwerksscheiben. Diese nehmen optischen Bezug auf die denkmalgeschützten St. Paulus Kirche. Des Weiteren fallen die großen Fenster der Klassenräume auf, welche in einer Rhythmik von 2/3 zu 1/3 entworfen wurden und sitzenden Kindern verschiedener Altersstufen guten Ausblick ins Freie ermöglichen.

Die Fassade stellt sich als stark schadhaft dar. Optische und funktionale Mängel sind erkennbar. Betonschäden an Stahl-Beton-Fertigteilen, offenliegende Bewehrung mit sichtbarer Korrosion und zum Teil defekte Sonnenschutzeinrichtungen (Raffstore) sind festzustellen. Die verwendeten und mittlerweile verblichenen Farben, sind teilweise schon überarbeitet und lösen sich vom Untergrund. Ergänzend lassen sich die großen Fensterelemente mangels geeigneter Beschläge kaum öffnen. Eine wirksame Belüftung über die Fenster kann nicht mehr gewährleistet werden. Zusätzlich erzeugt die Sonneneinstrahlung eine starke Blendung und Aufheizung der Klassen- und Aufenthaltsräume.

Die Fassade der Schule wird in drei Bauabschnitten saniert. Der erste Bauabschnitt wurde 2017 bereits durchgeführt. Das Farb- und Materialkonzept wurde unter Beachtung des ursprünglichen Gestaltungswillen des Architekten und seiner Wirkung zur denkmalgeschützten St. Paulus Kirche entwickelt. Vorbereitend wurden die Wandflächen instandgesetzt und die alten Fenster ausgebaut. Die Sichtbetonflächen wurden mineralisch gedämmt und mit einem weißen, durchgehenden Edelkratzputz überarbeitet. Dadurch konnte die Bandwirkung der Sichtbetonflächen erhalten weden.

Die Klinkerflächen wurden als Vorhangfassade mit Eternitplatten ausgeführt. Die monolithische Wirkung der Klinkerfassaden sollte erhalten werden, gleichzeitig bestand der Wunsch zur weiteren Verwendung eines mineralischen Fassadenmaterials. Zu Ausführung kam die Fassadenplatte von Eternit Equitone Natura in der Farbe Rubin.

Beim Entwurf der Fenstergliederung wurde sichergestellt, dass das bauzeitliche Entwurfskonzept erhalten bleibt, gleichzeitig aber die funktionalen Anforderungen der Nutzer erfüllt werden können. Als Material für die neuen Fenster wurde eine langlebige Holz-Aluminium-Konstruktion verwendet. Der Sonnen- und Blendschutz wird über Raffstore sichergestellt, welche verdeckt im WDVS eingebaut wurden. Um den Kontrast zwischen Wand und Fenster zu maximieren, wurde grau-anthrazit für die Fensterbänder und die sichtbaren Metallteile gewählt. Um den Metallteilen mehr Struktur zu verleihen, werden Glimmerpartikel eingesetzt werden, welche wiederum Bezug auf die beschichteten Metallelementen auf den Vorplatz der Kirche nehmen.

 

Leistungsphasen

LPH 1 bis 9 gemäß HOAI

BGF gesamt

3.575 m²
 

Bauzeit

2017 BA1
2019 BA2
2020 BA3

Standort

Berlin-Moabit
 

Baukosten KG 300-400

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Bauherr

Erzbischöfliches Ordinariat Berlin
 
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